Fotografien

Die Engländer nennen die Münsterländer „The German Setter“. Im Wesen und
Aussehen nicht unähnlich, stehen sie den Settern in ihrer Agilität, Ausdauer und feinen Nase auch kaum nach.-
Ahorn und Astor sind zwei Münsterländer-Brüder in Jägerhand.
Ahorn der etwas Ruhigere und Bedächtigere von den beiden behält dabei meist den „Überblick“, ist oft ausgeglichener, und man hat den Eindruck, dass er ein wenig „über den Dingen“ steht.
Astor widerum ist eher der Draufgängertyp, aktionsgeladen, und wirkt auch manchmal etwas hyperaktiv.
Zusammen sind sie allerdings ein unschlagbares Team. Etliche Jagdprüfungen hinter sich, erlangten sie zu nicht unerheblichem „Ruhm“ in unserer Gegend, welcher durch den etwas exzentrisch wirkenden, aber immerhin doch sehr Jagderfahrenen Besitzer auch noch etwas unterstrichen wird.
Ein Setter braucht ein Museum…
und genau das wurde im hessischen Dörfchen Neuberg-Rüdigheim von Kurt Schmid realisiert. Das einzige übrigens auf der ganzen Welt, mit mehr als 2500 Exponaten.
Kurt Schmid kam, wie konnte es anders sein, über seine eigenen Setter auf diese Sammelleidenschaft, die ihm im Laufe von 20 Jahren Schätze aus aller Welt bescherten.
Natürlich ist bei so einer Fülle die Grenze zwischen Kunst und Kitsch ziemlich fließend, ansehenswert aber allemal.

Das Settermuseum – Nur nach telefonischer Voranmeldung:
Kurt Schmid, Feldbergstr. 2, 63543 Neuberg-Rüdigheim, Tel. 06185/890477

Noel mit Mutter & Schwester

Noel & Baileys

Gonzo

Kabul

Gerry & Treff

Charin & Lissa

Candy

Ayla & Anthea

Brana

Alex

Ahorn & Astor
Sina kannte ihren Gerry schon vom Welpenalter an. Clever wie der Rüde war, merkte er schnell, dass er hier von seinem „Ausbildungsstress“ ablenken konnte und kehrte seine Fürsorglichkeit und Wachsamkeit vor.- Die zierliche Hündin fühlte sich im Laufe der Zeit immer sicherer, wenn sie den Rüden in ihrem Schatten wusste, und bald entwickelte sie sich zur Nase die dem Rüden „zeigte wo`s lang ging“. Dabei lernte sie auch mehr und mehr Durchsetzungsvermögen, was der Rüde mit Gleichmut und liebevoller Geduld akzeptierte. Fast hatte man schon den Eindruck, dass sie der eigentliche Boss war, während der Rüde nur den Rudelführer mimte. Mit ihrer feinen Nase zog sie immer sofort die Aufmerksamkeit des Rüden auf sich, während der penibel darauf achtete, dass „seiner Kleinen“ kein Unheil geschah. Stimmungen wie Angst oder Freude wurden von ihm sofort registriert. Bei vermeintlicher Gefahr und Bedrohung stellt er sich sofort schützend vor sie, und sie wusste in solchen Situationen ihren Kopf vertrauensvoll auf seinen Rücken zu legen.

Hilde Schwoyer die „große alte Setterdame“ hat in ihrem bisher 60 jährigen Leben und Arbeiten mit Settern ein umfangreiches Rasseporträt aufgezeichnet. Ihre Bücher sind im Kynos-Verlag erschienen und jedem Liebhaber und Besitzer dieser Rasse zu empfehlen! – Nachfolgend einige Auszüge, die weltweit in zahlreichen Sprachen übersetzt wurden:
Die genaue Erstehungsgeschichte der Rasse IrishSetter ist im Nebel der Zeit verschwunden. Aber sicherlich ist es eine der ältesten Vorsteh- hunderassen Europas. Entwickelt wurde sie vor ca. 500 Jahren aus den großen Landspaniels und laut Drury („British Dogs“, 1903 scheint es sehr wahr- scheinlich, daß Setter die ältesten britischen Hunde sind. Der große Kynologe C.L.B. Hubbard („Our Dogs in Britain“ 1948) hält die IRISH SETTER für die älteste rein gezüchtete Setterart.
Bis heute werden in einigen Gebieten Englands die Pointer und Setter noch als „smooth and rough spaniel“ bezeichnet.
Bereits im 16.Jahrhundert waren Irish Setter so berühmt, daß sie nach England geschickt wurden als Geschenk für den König.
Die Urform der Setter (setting dogs, setting spaniels) wurde für die Jagd mit Netzen verwendet. Diese Jagd nannte man „tyrassieren“. In dem zwischen 1406 und 1413 geschriebenen Buch „Master of Game“ wird erstmals davon berichtet. Die Hunde wurden durch Dressur, später durch Zuchtauswahl, dazu gebraucht, sich vor dem Wild niederzulegen. Dann wurden über Hund und Wild Netze geworfen. Die hierfür verwendeten Hunde mußten sich durch Intelligenz und Feinnasigkeit auszeichnen, galt es doch auch, daß Wild vorsichtig in die Netze zu drücken und es nicht aufzuscheuchen.
In Irland waren die IrishSetter mehr Bauern- und Wildererhunde. Um in den Zeiten der großen irischen Hungersnot die Familie zu versorgen, war ein vielseitiger Gebrauchshund gefordert.
So berichtet G.Markham in seinem Buch: „Hunger vermeiden – oder die ganze Kunst der Wilderei zu Lande und zu Wasser“ von 1621, daß es: „in der Natur dieser Hunde liegt, sobald sie den Schuß vernehmen, loszusausen und sich ins Wasser zwischen das Wild zu stürzen, bevor du die Chance hast den Mund zu öffnen.“ Weiter schreibt er: „Du mußt sicher sein, niemals ohne einen excellenten Hund loszugehen, der ruhig zu deinen Füßen liegt und ein excellenter Apporteur ist, einer der fängt und trägt und weder Fleisch noch Feder bricht oder knautscht, sondern sobald er seine Beute findet, sie sofort zu dir trägt und vor deine Füße legt. Sollten dir Fasane bei der Jagd mit Vogelleim entkommen, so wird sich der Hund in die Dornen werfen und jagen und alle vermißten Fasane bringen.“
Im Jahre 1793 beginnen die Zuchtbücher der „French Park – Irish Setter“ von De Freyne, die in engem Rahmen nach streng jagdlichen Gesichtspunkten gezüchtet haben. Die De Freyne`s haben drei Generationen lang Irish Setter gezüchtet und Athur French, der Vater des ersten Lord of Freyne gilt bei Historikern als der Begründer der Rasse Irish Setter, die anfangs noch Modder Rhu (gälisch= der rote Hund) hieß. Es wird berichtet, daß der zweite Lord of Freyne, geboren 1788, auf seinen Reisen stets zwei prachtvolle und gut gepflegte IS bei sich führte und das die Rasse zu dieser Zeit einen Stand der höchsten Perfektion erreichte hatte. Fast gleichzeitig mit den IS aus dem Zwinger der De Freyne`s, tauchten auch rot-weiße irische Setter aus dem Zwinger des Lord Rossmore auf. Bis heute ist es strittig, ob die Farben rot oder rot-weiß gleichzeitig entstanden oder ob die rot-weißen Irish Setter die ursprünglichere Art sind. Im County Sligo trat auch eine „Hagelschauer“-Variante auf, wo das rote Haarkleid mit erbsengroßen weißen Flecken durchsetzt war. Diese seltene Farbe zeigt sich bis heute noch manchmal bei Irish Settern und die berühmtesten waren „Bloom Pat“ in England des neunzehnten Jhr. und „Hartsbourne Flame“ um 1930, beide Importe aus Irland. Während die rot-weißen IS in West- und Mittelirland zu finden waren, tauchten die rein roten De Freyne und O´Connor`s überwiegend in Nordirland auf.
Ebenfalls Ende des 18.Jhd. trat Rev. Mahon (Ahascragh-IS) aus Galway in Erscheinung mit einer Zucht rot-weißer IS. Er behauptete, dies sei die wahre und echte Farbe. Sein Sohn hielt diese Aussage fest, erwähnte aber auch rein rote IS um 1835. Vermutlich die French Park Setter. Am meisten setzte sich später Mr. Rawdon Lee mit der Farbe auseinander und kam zu dem Schluß, die Hauptfarbe sei wohl rot-weiß, aber auch rote existieren. Da aber in Irland immer Leistung vor dem Aussehen stand, wurden rote und rot-weiße gekreuzt.
Bis heute zeigt sich, daß bei Paarungen von rein roten Eltern, die Nachkommen durchaus weiße Flecken, z.B. an Brust, Pfoten oder Stirn, haben können. Mit dem Einzug der IS in der englischen Showhundewelt wurde fanatisch daran gearbeitet, alles weiße „über 2.-DM Stück große Brustflecken“ für die Zucht zu sperren. Glücklicherweise nur ein kurzzeitiges Unternehmen. Vor allen in den Arbeitslinien der roten IS haben sich noch viele Gene der rotweißen gehalten, und so gab es unlängst im Herbst 2001 erneut einen Wurf in Holland aus zwei roten IS, in dem rot-weiße Welpen lagen.
Namentlich erwähnt als IRISH SETTER wird er erstmals 1803 in der Zeitschrift „Veteran Sportsman“ und 1805 von Oberst J.P.Hamilton, der anläßlich einer Dienstreise mit einem solchen Hund auf Schnepfen jagte.
Der Irish Setter wurde auf der grünen Insel Irland von seinen Besitzern und Züchtern streng behütet. J.E. Dyer of Waterville, Co. Kerry, Irland schreib 1866 in „The Field“: „Einige der wertvollen Setter aus England zeigten sich beinahe absolut unbrauchbar in den wilden Bergen Donegal…Sie würden sicher gut auf ein Stoppelfeld im englischen Norfolk oder ins schottische Hochland passen, wo man einen Hund nur braucht, um das Wild zu zeigen und nicht zu finden.“ Auch R. Lee äußerte sich 1893 in seinem Buch „Modern Dogs“ über den Irish Setter: „Wenn er gut trainiert und geführt ist, kann keine andere Setterart ihn schlagen.. Ich glaube, daß er eine harte Ganz- tagsarbeit sogar besser als die anderen leisten kann…ein Jäger kann keinen Hund finden, der feinnasiger und findiger ist.“ Und J.M. Tracy schreib zur gleichen Zeit in der Zeitschrift „Shooting on marsh and stream“: „Für denjenigen, der nur mit einem Hund auf alle Wildarten jagen will, ist der Rote Setter der Beste.“
Wärend die Irish Setter bereits seit dem 18.Jahr- hundert rein gezüchtet wurden, arbeitete man an den anderen englischen Vorstehhunden noch weiter durch Kreuzungen. Laut Colonel Millner (1914, „Harding Cox-Dogs“ wurde IS-Blut beim GS eingesetzt, um die Rasse zu verbessern und ebenso, um beim orange-belton ES zu intensivieren. Einer der berühmtesten Züchter von English Setter, Edward Laverack wollte eine seiner Hündinnen im Irish Setter Zwinger von Miss Lidwell (durch Old York oder Young York) decken lassen. Er wurde aber abgewiesen und darüber verärgert schreib er in seinem Buch „The English Setter“, daß der Irish Setter keine reine Rasse ist. Auch der ES Züchter Llewellin verwendete in seiner Zucht Irish Setter.
Mit dem Ausbau der Eisenbahnstrecken in England 1846-1863 wurde zunehmend mehr gereist und auch mehr Zuchtmatrial ausgetauscht. Erst mit der Gründung des englischen Kennel Clubs 1873 wurden dann die Rassen getrennt und nur noch rein gezüchtet. Bis zu dieser Zeit wurden die English Setter, Gordon Setter und Pionter noch „frei“ gezüchtet und waren in Farbe und Aussehen recht uneinheitlich. In America starteten auf Ausstellungen neben den Klassen der reinrassigen Setter auch sog. cross-bred Setter für sich.
Setter als Jagdhunde in ihrer Heimat und außerhalb
Die Setter sind als Spezialisten zum Suchen – Finden und Vorstehen von Federwild gezüchtet und werden nach dieser alten Tradition von den Inseljägern geführt. Mehr wird von den Hunden nicht
verlangt. Für Bringen und Verlorenbringen geschossenen Wildes stehen eigene Apportier-Rassen zur Verfügung. Die Setter könnten das genau so, aber sie dürfen es nicht, weil die britischen Jäger die Ansicht vertreten, dass das Beutegreifen der Vorstehanlage schadet. Die Einseitigkeit der Setter in Irland und England ist bewusst gewollt.
In den übrigen Ländern der Welt, in denen mit Settern gejagt wird, kennt man solche Bedenken nicht. Es ist selbstverständlich, dass Setter geschossenes Wild zu Land und Wasser apportierten.
Um 1870 kamen die ersten Irish Setter per Schiff nach den USA, die Amerikaner waren an guten Jagdhunden sehr interessiert und in den amerikanischen Schriften damaliger Zeit sind öfters die Namen von Settern lobenswert erwähnt, die aus Naturanlage zu Land und Wasser apportierten.
Der Setter als Jagdgebrauchshund
Wegen ihrer hervorragenden Feldhundeeigenschaften kamen sie als mehr denn 100 Jahren in unser Land und passten sich rasch den vielseitigen Anforderungen an, welche der deutsche Jäger an seinen Hund stellt. Setter haben eine enorme Passion, feine Nasen und Manieren, Ausdauer und Finderwillen. Sie sind freudige und sichere Verlorenbringer, brauchbare Jagdhunde für Feld, Wald und Wasser und manche sind raubzeugscharf.
Erwünschte rassenspezifische Anlagen wie Suchen – Vorstehen – Apportieren zeigen Junghunde guter Zucht im Alter von wenigen Monaten und der geschickte Jägerführer wird das nutzen. Fördern, was erwünscht ist und loben und Anerkennung spenden, Setter sind dafür sehr empfänglich und lernen umso freudiger. Und verleiden, was unerwünscht ist, wozu das Aberziehen jeder Art von Hetze gesunden Wildes oder anderer Tiere gehört.
Die Führung des Setter – Jährlings beginnt im Frühjahr, wenn die Rebhühner paaren. In flotter Galoppsuche lernt er den Wind zu nutzen, Wild zu finden und vorzustehen oder nachzuziehen. Hat der Hund seine „klassische Frühjahrssuche“ absolviert, gehören die Sommermonate dem Apportieren mit Schleppen, falls der Hund auf Herbstprüfungen laufen soll. Bestens vorbereitet dürfen Führer und Hund getrost dem Beginn der herbstlichen Niederwaldjagd entgegen sehen.
-Hilde Schwoyer-„Das Rasse – Portrait: Setter“ erschienen im Kynos-Verlag – ISBN Nr.: 3-929545-17-9
Der Setter als Familien – Liebhaberhund
Der freundliche Setter fühlt sich am wohlsten, wenn er im engsten Kontakt mit seiner Bezugsperson lebt. Er braucht Harmonie, muss stets spüren, dass ihn alle in der Familie mögen. Für Zwingerhaft ist er ungeeignet. Der Setter ist sehr selbstbewusst, will beachtet sein, stellt Ansprüche in Haltung und Pflege und sorgfältiger Zusammensetzung seines Futters, wobei zwei Mahlzeiten bekömmlicher sind als nur eine.
Kinder müssen wissen, dass ein Hund kein Spielzeug ist und nie beim Fressen und Schlafen gestört werden darf.
Sind Katzen im Haus, muss soviel Platz sein, dass die Tiere ausweichen können, dann gewöhnen sie sich aneinander.
Seinem Naturell nach ist der Setter ein Jagdhund. Er will beschäftigt sein und nicht nur in der Familie untätig dahinleben. Er soll etwas lernen, was seinem Rassencharakter entspricht. Das Apportieren bietet sich an, denn es gibt dem Hund das Gefühl, von seinem Menschen gebraucht zu werden.
Wer joggt oder Rad fährt, hat in seinem Setter immer einen begeisterten Begleiter. Hilde Schwoyer: „Setter: Das Rasse-Portrait“